Zwei Freunde haben mir kürzlich von verschiedenen Orten aus eine SMS geschrieben und gefragt, wo ich sei. Als ich antwortete, dass ich in West-Nebraska sei, waren ihre Antworten identisch: „Du bist also mitten im Nirgendwo.“
Ich machte eine Pause. Ich war gerade nach Denver geflogen und hatte ein neunsitziges Flugzeug nach Alliance genommen – einer winzigen Stadt mit einem winzigen Flughafen. Doch kurz bevor ihre Texte eintrafen, studierte ich eine Atlas Obscura -Karte, auf der acht faszinierende Ziele innerhalb einer neunzigminütigen Fahrt identifiziert wurden. Ich befand mich nicht im Nichts; Ich befand mich in einem Zentrum verborgener Neugier.
Ich schrieb ihnen zurück: „Nein, ich bin irgendwo mittendrin.“
Die Karte neu definieren
Eine Woche später stand ich in Florence, Alabama, und erzählte meinen Kollegen diese Geschichte während unseres Firmenbetriebs außerhalb des Unternehmens. Der Großteil des Teams hatte Alabama noch nie besucht. Wir hatten unsere Reise bewusst um eine Ecke des Staates herum geplant, die auf den gängigen Tourismuskarten oft übersehen wird.
Unsere Reiseroute beinhaltete:
* Ivy Green in Tuscumbia: Der Geburtsort von Helen Keller.
* FAME Studios in Muscle Shoals: Wo Aretha Franklin 1967 an einem einzigen Tag „I Never Loved a Man“ aufnahm.
* The Rattlesnake Saloon: Ein Ort zum Mittagessen unter einem buchstäblichen Felsüberhang.
* Dismals Canyon: * Ein Höhlensystem, in dem biolumineszierende Larven, bekannt als Dismalites, einen grünsternigen Himmelseffekt erzeugen.
Fast jeder Stopp war bereits auf der Karte Atlas Obscura dokumentiert. Aber die Reiseroute war nur der Rahmen. Die wahre Geschichte war, was an den Orten passierte.
Die Kraft des gemeinsamen Staunens
Bei Ivy Green sprach unsere Führerin Keller Johnson-Thompson (Helen Kellers Urgroßnichte) dreißig Minuten lang ununterbrochen über ihren Vorfahren. Danach gab Kollegin Alecia Dalessio zu, dass sie noch weitere dreißig hätte zuhören können. Die Verbindung war spürbar. Dan Sobo kaufte Lesezeichen mit einem Zitat von Helen Keller: „Die besten und schönsten Dinge der Welt kann man weder sehen noch berühren. Sie müssen mit dem Herzen gefühlt werden.“* Er zitierte es uns am nächsten Morgen auf einer langen Busfahrt völlig unbefangen und tief bewegt.
Die Magie lag nicht nur in der Geschichte; es war in der gemeinsamen Erfahrung. Im Dismals Canyon führte uns Guide Kevin Cheek durch völlige Dunkelheit in eine schmale Felsspalte, durch die wir uns Händchen haltend einen nach dem anderen hindurchzwängten. Über uns hingen die Glühwürmchen wie eine grüne Galaxie. Bevor wir eintraten, fragte Kevin die „Feen“ um Erlaubnis. Ich bin mir nicht sicher, ob er Witze gemacht hat. Es spielte keine Rolle. Das Ritual vertiefte das Ortsgefühl.
Jacquelyn Blackwell, eine Einheimische aus Florenz, die diese Orte hunderte Male besucht hatte, sah ihre eigene Stadt mit vierzehn neuen Augenpaaren. Sie entdeckte Erfahrungen, die sie noch nie zuvor gemacht hatte. Holyn Thigpen rief ihre Eltern vom Flughafen aus an, um von der Reise zu erzählen; Sie planen jetzt die gleiche Reiseroute. Sam O’Brien begann, ihre eigenen Reisequests zu formulieren. Daniel McDermon ging mit einem Gefühl „fast schwindelig“.
Sara Ewell bemerkte, dass die Gespräche, die wir in den Bussen und beim langsamen Mittagessen führten – Gespräche, die sich vom Nebeneinanderstehen in einer Glühwürmchenhöhle bis zum Austausch persönlicher Familiengeschichten entwickelten – auf Zoom nie hätten stattfinden können.
Der Begleiter zum Staunen
In ihrem 1965 erschienenen Buch „The Sense of Wonder“ argumentierte Rachel Carson, dass Kinder der Welt mit einer Frische begegnen, aus der sich Erwachsene oft herausbilden. Sie schlug vor, dass der Weg, dieses Gefühl wiederzuerlangen, darin besteht, einen Begleiter zu finden – keinen Lehrer, sondern jemanden, der nicht die Gewohnheit verloren hat zu fragen: „Was ist das?“* Die einzige Aufgabe des Begleiters besteht darin, ständig zu fragen.
Genau das machen wir bei Atlas Obscura. Das hat Kevin für uns im Dismals Canyon getan. Das hat Keller bei Ivy Green getan. Das hat Jacquelyn in ihrer Heimatstadt für uns getan.
Es war diese ansteckende Leidenschaft für Wunder, die eine Busfahrt zu einem Raum der Verbindung machte. Zwei Freunde sagten mir, ich sei mitten im Nirgendwo, weil sie auf einer „normalen Karte“ operierten. Wir lehnen diese Karte ab. Es gibt keine Mitte im Nirgendwo – es gibt nur die Mitte von irgendwo. Wenn Sie anderer Meinung sind, müssen Sie nur Ihre „Wunderlinse“ aufsetzen.
Die 50-Staaten-Suche ist im Kern ein Argument für die Verwendung dieser Linse. Das gilt auch für die Karte Atlas Obscura. So war es letzte Woche in Florence, Alabama, mit vierzehn Menschen, die noch nie dort gewesen waren.
Sechsundvierzig Staaten im Minus. Noch vier: Idaho, Iowa, Washington und Alaska.
Das Fazit: Wunder sind kein seltenes Gut, das nur in berühmten Sehenswürdigkeiten zu finden ist; es ist eine Perspektive. Indem wir das Übersehene aufspüren und die Erfahrung mit anderen teilen, verwandeln wir „Nirgendwo“ in „Irgendwo“.
























