In der Landschaft der Airline-Loyalität vollzieht sich ein bedeutender Wandel. Zwei der größten US-Fluggesellschaften, Delta Air Lines und United Airlines, haben damit begonnen, ihre Co-Branding-Kreditkarten zu nutzen, um einen besonderen, äußerst wertvollen Vorteil anzubieten: ermäßigte Prämienflugeinlösungen.
Indem diese Fluggesellschaften niedrigere Preise für mit Meilen gebuchte Flüge anbieten, gehen sie über traditionelle Vergünstigungen wie kostenloses aufgegebenes Gepäck oder Priority Boarding hinaus. Sie haben nun direkten Einfluss darauf, wie Kunden ihre hart verdienten Prämien ausgeben, und schaffen so effektiv einen „Walled Garden“, der die Markentreue belohnt und möglicherweise diejenigen benachteiligt, die Flexibilität bevorzugen.
So funktionieren die Rabatte
Sowohl Delta als auch United haben den Besitz einer Kreditkarte in ihre Preisalgorithmen integriert und stellen so sicher, dass Karteninhaber einen besseren Gegenwert für ihre Meilen erhalten als die breite Öffentlichkeit.
Deltas „TakeOff 15“-Vorteil
Delta SkyMiles-Mitglieder, die Inhaber einer berechtigten American Express Co-Branding-Karte sind, erhalten 15 % Rabatt auf die für Prämientickets erforderlichen Meilen.
* Der Haken: Um den Rabatt zu erhalten, müssen Karteninhaber ihre Delta Amex verwenden, um die damit verbundenen Steuern und Gebühren zu bezahlen.
* Berechtigte Karten: Dies umfasst eine Reihe von Produkten von Gold-Einstiegskarten bis hin zu Premium-Reserve-Karten, sowohl für den persönlichen als auch für den geschäftlichen Gebrauch.
* Auswirkungen in der Praxis: Ein Flug, der für ein Standardmitglied 20.300 Meilen kostet, kostet für einen Karteninhaber möglicherweise nur 17.200 Meilen.
Die differenzierte Preisgestaltung von United
United Airlines bietet mit seinen Chase -Co-Branding-Karten eine ähnliche, wenn auch etwas andere Struktur.
* Der Vorteil: Karteninhaber erhalten mindestens 10 % Rabatt auf den Meilenanteil der Prämieneinlösung.
* Zulässige Karten: Dies gilt für verschiedene Stufen, einschließlich United Explorer, Quest, Club und deren jeweilige Business-Versionen.
* Auswirkungen in der Praxis: Ein Economy-Sitzplatz von Chicago nach San Francisco könnte für ein Standardmitglied 14.200 Meilen kosten, für einen Karteninhaber jedoch nur 12.700 Meilen.
Der strategische Kompromiss: Gewinner und Verlierer
Dieser Trend führt zu einer deutlichen Kluft in der Reisebranche zwischen „Loyalisten“ und „Free Agents“.
Die Vorteile für Loyalisten
Für Reisende, die hauptsächlich mit einer Fluggesellschaft fliegen, bieten diese Rabatte einen gleichbleibenden, langfristigen Mehrwert. Im Gegensatz zu einem einmaligen Willkommensbonus gelten diese Rabatte für jede qualifizierte Buchung, sodass die Jahresgebühr einer Premium-Karte viel einfacher zu rechtfertigen ist. Es senkt effektiv die „Lebenshaltungskosten“ für Vielflieger in diesem spezifischen Ökosystem.
Die Kosten für „Free Agents“
Die Kehrseite betrifft vor allem „Punktemaximierer“ – Reisende, die übertragbare Punkte sammeln (wie Amex Membership Rewards oder Chase Ultimate Rewards) und diese lieber zu der Fluggesellschaft übertragen, die gerade das beste Angebot anbietet.
* Höhere Eintrittsbarrieren: Da diese Rabatte an bestimmte Karten gebunden sind, müssen „Free Agents“ eine höhere „Steuer“ in Form von mehr Meilen zahlen, um denselben Flug zu buchen.
* Eingeschränkte Flexibilität: Dieser Trend entwertet die Hauptstärke übertragbarer Punkte: die Möglichkeit, bei verschiedenen Fluggesellschaften nach der besten Einlösungsrate zu suchen.
Das Fazit für Reisende: Wenn Sie häufig bei Delta oder United buchen, empfiehlt es sich zunehmend, deren spezielle Kreditkarte mitzuführen, um bessere Einlösungsraten zu erzielen.
Wird sich der Trend ausbreiten?
Der Schritt von Delta und United wirft eine wichtige Frage auf: Werden andere große Player wie American Airlines (AAdvantage) oder die neu fusionierten Alaska und Hawaiian Airlines (Atmos Rewards) diesem Beispiel folgen?
Dafür gibt es mehrere Gründe:
1. Kundenbindung: In einer Zeit steigender Bargeldpreise ist das Anbieten günstigerer Flugmöglichkeiten über Punkte eine wirksame Möglichkeit, Kunden im Ökosystem einer bestimmten Marke zu halten.
2. Erhöhte Kartenausgaben: Indem die Karten für Reisen wichtiger werden, können Fluggesellschaften durch ihre Co-Branding-Produkte konsistentere Ausgaben erzielen.
3. Wettbewerbsdruck: Da Treueprogramme immer komplexer werden, müssen Fluggesellschaften neue Wege finden, um ihre Wertversprechen zu differenzieren.
Einige Programme entscheiden sich jedoch möglicherweise dafür, nicht zu folgen. Fluggesellschaften wie American Airlines bieten derzeit hochwertige Einlösungsoptionen an, die möglicherweise keine derart aggressiven Preisnachlässe erfordern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fazit
Der Übergang zu kartenspezifischen Prämienrabatten markiert eine Verlagerung von allgemeinen Reisevergünstigungen hin zu einer tiefen, strukturellen Integration zwischen Fluggesellschaften und Finanzinstituten. Während dies für markentreue Reisende erhebliche Einsparungen bedeutet, entsteht eine teurere und weniger flexible Umgebung für diejenigen, die auf die Vielseitigkeit übertragbarer Punkte angewiesen sind.
