Frankreich verkauft sich gut.
Kultur, Mode, Essen. Es ist ein ernsthafter Wettbewerbsvorteil. Air France weiß das. Die Fluggesellschaft orientiert sich stark an diesen Wurzeln, insbesondere in der Luft.
Jetzt gehen sie weiter.
Die Premium-Kabinen werden einer Säuberung unterzogen. Alle nicht-französischen Getränke sind weg. Eine Ausnahme sticht hervor, mutig und unbestreitbar.
Coca-Cola bleibt.
Der Menüwechsel
Erste Klasse (La Premiere). Business-Klasse. Sogar die Lounges. Das Update greift tief ein. Air France hat beschlossen, alles aufzugeben, was nicht französisch ist. Schweppes-Tonika? Gegangen. Sprite? Tschüss. Fuze-Tee? Aus.
„das Beste von Frankreich präsentieren… mit Ausnahme von Coca-Cola“
Das ist ihre offizielle Linie. Warum Cola behalten? Hohe Nachfrage. Vor allem von internationalen Reisenden. Es ist ein Benchmark-Getränk. Und ja, sogar die Cola auf französischen Reisen wird in Frankreich hergestellt. Nicht traditionell. Aber in Frankreich hergestellt.
Was ersetzt die Leere, die die Limonadenriesen hinterlassen? Bio-Säfte. Handwerkliche Limonaden. Premium-Tonikum. Eine neue Ingwerlimonade. Eistees, die tatsächlich wie Tee schmecken.
Sie fügten auch Cocktails hinzu. Matthias Girous hat das neue Array entworfen. Für Business-Class-Passagiere gibt es ein exklusives Cognac-Getränk. Premium Economy bekommt eine verdrehte Kir-Cassis.
Das passt zu ihrer Geschichte. Sie servieren bereits klassenübergreifend Wein. Sie schenken Economy-Reisenden Champagner. Das machen nur wenige Fluggesellschaften.
Das Kaffeeproblem
So weit so gut. Es fühlt sich authentisch an. Aber es gibt eine Lücke in der Strategie. Eine krasse Sache.
Kaffee.
Air France ignoriert es. Oder hat es zumindest noch nicht gelöst. Traditionell servieren sie oben Illy-Espresso und unten Segafredo-Drip. Beides italienische Marken.
Baut Frankreich Kaffee an? Nicht wirklich. Im Gegensatz zu seinen Nachbarn in Italien oder Südamerika ist der französische Boden nicht für Bohnen geeignet. Aber die französische Kultur liebt Kaffee. Es geht um die Cafés, nicht um die Ernte.
Die Fluggesellschaft steckt in der Klemme.
Lokale Produkte hervorzuheben ist ein hehres Ziel. Aber man kann einen schlechten Latte nicht zu einem „Lokalhelden“ machen, nur weil er aus Paris kommt. Die Cappuccinos von La Premiere waren noch nie großartig. Das Qualitätsproblem bleibt bestehen.
Wie bringt man Nationalismus und Geschmack in Einklang? Es funktioniert für Wein. Es funktioniert für Käse. Kaffee ist die Ausnahme. Es ist schwierig.
Das Management wird es herausfinden. Letztlich. Sie müssen.
Ich bin bereit zu warten. Aber bis dahin gibt es selbstgemachte Limonade. Zumindest ist das ehrlich.
