Baie-Comeau liegt am Nordufer des Sankt-Lorenz-Stroms, genau dort, wo der Manicouagan River sein Wasser in die Hauptströmung mündet. Es ist kein Ort, an den man zufällig stößt. Die Stadt wurde 1936 gegründet, hatte aber einen sehr spezifischen Stammbaum. Es handelte sich im Wesentlichen um ein Unternehmensprojekt, das von Robert R. McCormick, dem mächtigen Herausgeber der Chicago Tribune, initiiert wurde. Er wollte ein Zentrum für die Verarbeitung von Zellstoff und Zeitungspapier. Der Ort wurde nach Napoléon-Alexandre Comeau benannt, einem örtlichen Naturforscher, der die Wildnis wahrscheinlich mehr schätzte als die bald darauf folgenden Industriemaschinen.

Heute ist die Stadt ein anderes Biest. Es ist ein geschäftiger Tiefwasserhafen. Die Wirtschaft hängt von der Schwerindustrie ab. Sie finden dort ein Aluminiumwerk, das vor sich hin brummt, und Getreideexportanlagen, die Produkte in die ganze Welt transportieren. Es ist schlicht und einfach ein Industriezentrum. Es ist aber auch das Verwaltungsgehirn der gleichnamigen Regional County Municipal Municipality (RCM). Dadurch hat Baie-Comeau erheblichen Einfluss auf die Entwicklung in der Region. Es beeinflusst die Funktionsweise und das Überleben kleinerer Nachbarstädte. 1983 wurde die Stadt mit der etwas größeren Stadt Hauterive vereinigt. Durch diesen Zusammenschluss wurden einige Grenzen geglättet, aber der industrielle Kern blieb die Identität von Baie-Comeau.

Der Weg dorthin erfordert Planung. Die Stadt ist über eine Autobahn erreichbar, die etwa 255 Meilen (410 km) südwestlich mit der Stadt Quebec verbunden ist. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, ist es eine lange Strecke. Für diejenigen, die lieber fliegen, gibt es einen Flughafen. Der Fährdienst überquert den Sankt-Lorenz-Strom und bietet eine weitere Route. Es ist ein logistischer Knotenpunkt. Die Einwohnerzahl liegt seit Jahren bei etwa 22.000. Im Jahr 2006 waren es 22.554. Bis 2011 sank sie leicht auf 22.113. Die Zahlen erzählen jedoch nicht die ganze Geschichte.

Baie-Comeau wurde 1936 als Zellstoff- und Zeitungspapierverarbeitungszentrum gegründet und entwickelte sich zu einem wichtigen Exportzentrum für Aluminium und Getreide am Sankt-Lorenz-Strom.

Warum ist das für einen Reisenden wichtig? Denn die Region Côte-Nord wird oft ausgelassen. Die Leute reisen auf die Gaspé-Halbinsel oder bleiben näher an Quebec City. Aber Baie-Comeau bietet einen nüchternen und faszinierenden Blick auf das industrielle Quebec. Die Hafenaktivität ist konstant. Der Fluss ist breit und kalt. In der Nähe befindet sich der Manicouagan-Stausee, ein riesiger künstlicher See, der vor langer Zeit durch einen Meteoreinschlag entstanden ist. Es ist ein geologisches Wunder, das vom Weltraum aus sichtbar ist. Aus der Luft kann man die ringartige Form erkennen.

Die Stadt selbst ist funktional. Es ist keine Touristenfalle. Boutiquen entlang der Hauptstraßen werden Sie nicht finden. Sie finden Lagerhäuser. Sie werden feststellen, dass das Gewicht der Branche in der Luft liegt. Aber das ist ein Teil seines Reizes. Es ist echt. Es ist ein Ort, an dem die Wirtschaft an den Fluss gebunden ist. Im Hafen ragen Getreideschiffe hervor. Aluminiumbarren sind gestapelt und warten. Es ist eine Arbeitsstadt.

Für Reisende, die sich für Outdoor-Aktivitäten interessieren, ist die Region ein Tor zum borealen Wald. Der Manicouagan River bietet Angelmöglichkeiten. Die umliegenden Wälder sind dicht