Ploiești ist nicht gerade der Ort, an den man zufällig stößt, wenn man durch die Karpaten wandert. Es liegt nördlich von Bukarest, eingebettet in das Tal, in dem sich die Flüsse Prahova und Teleajen vermischen. Einer lokalen Legende zufolge erhielt die Stadt ihren Namen von Pater Ploaie, einem Mann, der aus Siebenbürgen floh und offenbar dort blieb. Der Name blieb hängen.
Wenn Sie sich diese Karte ansehen und sich fragen, warum Sie sich für diese rumänische Kreisstadt interessieren sollten, ist die Antwort einfach: Öl.
Vor der Mitte des 19. Jahrhunderts war Ploiești größtenteils nur ein Militärlager für die Armee von Michael dem Tapferen. Gewiss tauchte es bereits im 15. Jahrhundert in Dokumenten auf, aber wirklich erwachte es erst 1856. Damals öffnete in der Nähe eine der ersten Ölraffinerien der Welt ihre Pforten. Boom. Über Nacht wurde die Stadt zum Herzschlag der rumänischen Erdölindustrie.
Wie die Ölindustrie Ploiești heute geprägt hat
Auch wenn man nicht direkt neben den Tanks steht, liegt der Geruch der Industrie noch in der Luft. Auch heute noch ist Ploiești das wichtigste Erdölzentrum des Landes. Das bedeutet, dass Raffinerien, Lagertanks, Ölfeldausrüstungswerke und eine Brennerei in einem Cluster zusammengefasst sind. Es handelt sich um ein Schwerindustriegebiet.
Südlich der Stadt, in Brazi, befindet sich ein riesiger petrochemischer Komplex. Es ist riesig. Wenn Sie eine Reise planen und wissen möchten, was Sie erwartet, sollten Sie wissen, dass dies kein malerisches Kopfsteinpflasterdorf ist. Das ist Infrastruktur. Das ist Maßstab.
Aber es ist nicht nur Öl. In der Stadt gibt es auch Textil- und Lebensmittelfabriken. Es hat sich auch zu einem Kulturzentrum entwickelt. Hier gibt es sechs Museen. Man könnte sich Ploiești vielleicht nicht als Museumszentrum vorstellen, aber es gibt eines, das ausschließlich der Industrie gewidmet ist, die sie gebaut hat.
Besuch im Ölmuseum
Das Ölmuseum ist das Highlight. Es zeichnet die Entwicklung der rumänischen Erdölindustrie von den ersten Erdölanfängen im Jahr 1856 bis zu allem, was als nächstes kommt, nach. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Energie Osteuropa geprägt hat, sind Sie hier genau richtig. Es ist nicht nur ein verstaubtes Archiv; Es ist die Geschichte der Stadt selbst.
Auch im Zweiten Weltkrieg litt die Stadt schwer. Aufgrund seiner strategischen Bedeutung war es immer wieder Ziel massiver Bombenangriffe. Die Narben dieser Geschichte sind Teil des städtischen Gefüges. Man kann den aktuellen Grundriss von Ploiești nicht wirklich verstehen, ohne zu wissen, was ihm ausgesetzt war.
Wer lebt jetzt hier?
Einer Schätzung aus dem Jahr 2007 zufolge leben in Ploiești etwa 230.240 Menschen. Es ist eine funktionierende Stadt. Es ist nicht Bukarest, aber es ist beträchtlich. Es ist eine eigenständige Hauptstadt des Kreises Prahova.
Wenn Sie von Bukarest kommen, passieren Sie diesen Industriekorridor. Das Prahova-Tal ist eine beliebte Route für Touristen auf dem Weg in die Berge, aber die meisten Leute fahren direkt daran vorbei. Sie vermissen die Raffinerielichter. Sie vermissen das Ölmuseum. Sie verpassen die Geschichte, wie ein Flüchtling namens Ploaie versehentlich ein Kraftwerk gründete.
Wenn Sie ein paar Stunden Zeit haben, lohnt sich ein Stopp. Nicht für das Nachtleben. Nicht






















