Das Torfhus Retreat in Island bietet einen unverwechselbaren Aufenthalt in der Nähe des berühmten Golden Circle und verbindet Komfort mit einer abgelegenen, von den Wikingern inspirierten Ästhetik. Obwohl die Lage ideal für die Erkundung beliebter Sehenswürdigkeiten wie Geysir und Gullfoss ist, sollten sich Reisende auf ein Luxuserlebnis einstellen, das seinen Preis nicht immer rechtfertigt. Das Anwesen überzeugt mit Charme, geothermischen Pools und einem überraschend guten Restaurant, im Vergleich zu seinem Preis mangelt es jedoch an Service und Annehmlichkeiten.
Lage und Zugang: Bequemlichkeit hat ihren Preis
Das Torfhus Retreat liegt im Süden Islands, etwa 90 Autominuten von Reykjavik und 2 Stunden Fahrt vom Flughafen Keflavik entfernt. Der Zugang ist etwas abenteuerlich und erfordert eine unbefestigte Straße und ein Tor, das von einem Mitarbeiter an der Rezeption kontrolliert wird. Diese Abgeschiedenheit ist die Stärke des Anwesens; Es ermöglicht Gästen, den Andrang an den Attraktionen des Golden Circle zu umgehen und sie in ruhigeren Morgen- und Nachmittagsstunden zu besuchen, anstatt tagsüber zu großen Staus zu kommen. Für die Navigation in dieser abgelegenen Gegend ist jedoch ein Auto unerlässlich.
Unterkünfte: Ein hybrides Hotel-Miet-Feeling
Der Rückzugsort umfasst 26 Unterkünfte, die auf 16 Gebäude verteilt sind, von Suiten mit einem Schlafzimmer bis hin zu freistehenden Villen mit privaten geothermischen Pools. Die Suiten mit einem Schlafzimmer sind bescheiden groß (ca. 30 m²), während die Villen mit zwei Schlafzimmern mehr Platz und Privatsphäre bieten. Die Gäste können eine minimalistische Herangehensweise an die Annehmlichkeiten erwarten; Es gibt weder ein Fitnessstudio noch einen Zimmerservice, und das Gesamtgefühl tendiert zur Selbstversorgung.
Die Zimmer selbst sind funktional und verfügen über eine kostenlose Minibar mit Nespresso, Tee, Bier und Sekt. Das herausragende Merkmal ist zweifellos der an jede Einheit angeschlossene geothermische Heißwasserpool, der ein luxuriöses Privaterlebnis bietet. In Gemeinschaftsgebäuden können jedoch je nach Belegung die Privatsphäre und der Zugang zum Pool eingeschränkt sein.
Essen: Ein überraschend raffiniertes Erlebnis
Das Torfhus Retreat verfügt über ein einziges Restaurant und eine Bar, die Frühstück, Abendessen und Getränke servieren. Das Frühstück ist ein einfaches Buffet, aber das wahre Highlight ist das Drei-Gänge-Überraschungsmenü am Abend zum Preis von 120 € pro Person (Weinbegleitung kostet zusätzlich 95 €). Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber der nordischen Küche erwies sich das Essen als unerwartet ausgezeichnet und präsentierte frische, regionale Zutaten. Die Bar bietet eine begrenzte Auswahl isländischer Spirituosen sowie internationale Weine.
Service: Minimale Interaktion, isländische Effizienz
Der Service im Torfhus Retreat ist besonders unkompliziert. Die Interaktionen mit dem Personal sind minimal und die Rezeption ist oft unbesetzt. Das Personal ist zwar nicht unfreundlich, arbeitet aber mit pragmatischer isländischer Effizienz und lässt die herzliche Gastfreundschaft vermissen, die manche Reisende in dieser Preisklasse erwarten. Die Ausnahme bilden gelegentlich engagierte Mitarbeiter, wie zum Beispiel der spanische Kellner, der dem kulinarischen Erlebnis einen Hauch von Charme verlieh.
Endgültiges Urteil: Es lohnt sich … wenn Sie Wert auf Lage und Privatsphäre legen
Torfhus Retreat ist eine gute Wahl für Reisende, die Wert auf eine praktische Golden-Circle-Basis mit privatem Zugang zur Geothermie legen. Allerdings erfordern die hohen Kosten, die begrenzten Annehmlichkeiten und der minimale Service realistische Erwartungen. Alternativen wie das Hotel Ranga (Hilton Honors) und das ION Adventure Hotel (Marriott Bonvoy) bieten vergleichbaren Luxus mit robusteren Treuevorteilen. Wenn Sie bereit sind, für die Abgeschiedenheit und die einzigartige, von den Wikingern inspirierte Atmosphäre zu zahlen, bietet das Torfhus Retreat ein unvergessliches Erlebnis.
