Ein Air India-Flug von Delhi nach Vancouver musste mitten im Flug umkehren, nachdem festgestellt wurde, dass dem Flugzeug nicht genügend Notsauerstoff für die geplante Route zur Verfügung stand. Der Vorfall, der sich über dem chinesischen Luftraum ereignete, verdeutlicht eher ein systemisches Problem im Flottenmanagement der Fluggesellschaft als eine einfache behördliche Aufsicht.
Die Grundursache: Ex-Delta-Flugzeuge und Sauerstoffkapazität
Der Flug, der von einer als VT-AEI registrierten Boeing 777-200LR durchgeführt wurde, wurde mit unzureichenden Sauerstoffreserven für Strecken durch hochgelegenes Gelände gestartet. Air India hat Flugzeuge von Delta Air Lines geleast, die während der Pandemie ausgemustert wurden, und diese Flugzeuge sind nicht mit den Langzeit-Sauerstoffsystemen ausgestattet, die für bestimmte Langstreckenflüge erforderlich sind. Die auf dieser Strecke normalerweise eingesetzte 777-200LR verfügt über ausreichend Sauerstoff, die geleasten Flugzeuge jedoch nicht.
Dabei geht es nicht darum, dass die kanadischen Luftfahrtbehörden den Flugzeugtyp nicht zulassen; Vielmehr handelt es sich um ein internes Problem einer bestimmten Unterflotte. Air India betreibt Strecken über den Himalaya und den Hindukusch, wo schnelle Notlandungen möglicherweise mehr als die 12-minütige Sauerstoffversorgung der ehemaligen Delta-Flugzeuge erfordern.
Der regulatorische Kontext und vergangene Vorfälle
Indiens Generaldirektion für Zivilluftfahrt (DGCA) verhängte im Januar 2024 eine Geldstrafe gegen Air India für den Betrieb dieser geleasten 777 auf „kritischen Langstreckenrouten im Gelände“ ohne ausreichenden Notsauerstoff. Das Problem ist nicht neu: Ein Pilot hatte den gleichen Mangel zuvor auf einem Flug in die USA festgestellt und eine Umleitung vorgenommen, um hochgelegene Gebiete zu meiden.
Ähnliche Vorfälle ereigneten sich anderswo, auch wenn sie weniger öffentlich bekannt wurden. Im Jahr 2015 schickte American Airlines fälschlicherweise einen Airbus A321, der nicht für lange Überwasserflüge zugelassen war, nach Hawaii, was zeigt, dass selbst strenge Systeme zu Betriebsfehlern führen können.
Das betroffene Flugzeug
Berichten zufolge sind die folgenden ehemaligen Delta 777-200LRs betroffen:
- VT-AEE (ex N704DK)
- VT-AEF (ex N702DN)
- VT-AEG (ex N706DN)
- VT-AEH (ex N707DN)
- VT-AEI (ex N708DN)
Diese Flugzeuge werden ausgemustert, da Air India sie an Leasinggeber zurückgibt, aber bis dahin stellen sie auf geländekritischen Strecken ein Risiko dar.
Warum das wichtig ist
Dieser Vorfall unterstreicht die Bedeutung eines detaillierten Flottenmanagements und die möglichen Folgen von Kostensenkungsmaßnahmen. Der Rückgriff auf geleaste Flugzeuge mit unterschiedlichen Ausrüstungsstandards kann zu gefährlichen Betriebslücken führen, insbesondere auf Strecken, auf denen Notfallmaßnahmen von bestimmten Fähigkeiten abhängen.
Die Situation zeigt, dass es bei der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften nicht nur um Papierkram geht; Es geht darum, sicherzustellen, dass das Flugzeug physisch den Anforderungen der von ihm geflogenen Strecken entspricht. In diesem Fall ging es nicht darum, dass Air India daran gehindert wurde, eine 777-200LR nach Kanada zu fliegen, sondern darum, ein Flugzeug zu entsenden, das ein bestimmtes Flugprofil nicht sicher bewältigen konnte.
























