Seit Jahren streben Luftfahrtaufsichtsbehörden nach einer einfachen Verbesserung der Sicherheit: einer Verlängerung der Aufnahmezeit von Cockpit-Diktiergeräten. Nach heftigen Debatten und dem Widerstand von Pilotengewerkschaften hat die Federal Aviation Administration (FAA) eine Regelung verabschiedet, die ab 2027 vorschreibt, dass alle neu hergestellten Flugzeuge mit 25-Stunden-Cockpit-Sprachaufzeichnungsgeräten ausgestattet sein müssen, wobei bestehende Flugzeuge bis 2030 nachgerüstet werden müssen. Durch diesen Schritt werden die US-Standards an die Standards internationaler Organisationen wie der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) und der Flugsicherheitsagentur der Europäischen Union (EASA) angeglichen.
Warum die Veränderung wichtig ist
Die derzeitige Aufzeichnungsdauer von zwei Stunden erweist sich bei der Untersuchung von Unfällen und Zwischenfällen oft als unzureichend. Wenn zu Beginn eines Fluges ein kritisches Ereignis auftritt oder ein Flugzeug nach einem Vorfall weiterfliegt, können wichtige Daten verloren gehen, bevor die Ermittler eintreffen. Diese neue Regelung stellt sicher, dass Ermittler Zugriff auf deutlich mehr Daten haben und möglicherweise wichtige Erkenntnisse über die Ursachen von Unfällen und Beinaheunfällen gewinnen.
Die FAA schätzt, dass mindestens ein Dutzend Vorfälle seit 2003 von längeren Aufzeichnungen profitiert hätten. Wie der frühere FAA-Administrator Mike Whitaker erklärte, wird die Regel „uns wesentlich mehr Daten liefern, um die Ursachen von Vorfällen zu identifizieren und dabei zu helfen, sie in Zukunft zu verhindern.“
Piloteinspruch und Datenschutzbedenken
Trotz der Sicherheitsvorteile stieß die Änderung auf Widerstand von Pilotengewerkschaften, vor allem der Air Line Pilots Association (ALPA). Das Hauptanliegen dreht sich um den Datenschutz: Piloten befürchten, dass erweiterte Aufzeichnungen missbraucht oder öffentlich zugänglich gemacht werden könnten, was möglicherweise Karrieren und Ruf schädigt. ALPA argumentierte, dass die bestehenden Vorschriften die Sprachaufzeichnungsdaten im Cockpit nicht ausreichend vor unbefugter Offenlegung schützen.
Dieses Argument bleibt jedoch fraglich. Fluggesellschaften haben wenig Anreiz, sensible Cockpit-Aufzeichnungen über das für offizielle Ermittlungen erforderliche Maß hinaus zu veröffentlichen. Die Logik hinter längeren Aufzeichnungen ist klar: Eine vollständigere Aufzeichnung hilft, systemische Probleme zu erkennen, das Training zu verbessern und letztendlich Unfälle zu reduzieren.
Beyond Voice: Das Argument für Cockpit-Videorecorder
Der Schritt der FAA zu Diktiergeräten bereitet den Weg für einen logischen nächsten Schritt: Cockpit-Videorecorder. Das National Transportation Safety Board (NTSB) befürwortet diese Technologie seit langem, doch der Widerstand der Piloten hat den Fortschritt blockiert. Der jüngste Fall des Air India-Fluges AI171, bei dem es nach dem Start zu einem plötzlichen Stromausfall kam, unterstreicht die Notwendigkeit von Videoaufzeichnungen.
Unabhängig davon, ob es sich bei dem Vorfall um eine vorsätzliche Sabotage oder einen katastrophalen mechanischen Defekt handelte, hätte ein Cockpit-Video sofort für Klarheit gesorgt. Dieses Beispiel verdeutlicht, warum der Widerstand gegen Videoaufzeichnungen zunehmend unhaltbar erscheint.
Das Entscheidende ist, dass die Flugsicherheit von gründlichen Untersuchungen abhängt. Bei der Verlängerung der Dauer von Sprachaufzeichnungen im Cockpit und letztendlich bei der Einführung von Videoaufzeichnungen geht es nicht darum, den Piloten zu misstrauen, sondern darum, die verfügbaren Daten zu maximieren, um zukünftige Unfälle zu verhindern. Die endgültige Regelung der FAA ist ein pragmatischer Schritt hin zu einem sichereren Luftfahrtsystem, trotz anhaltender Bedenken derjenigen, die Unklarheit der Transparenz vorziehen.
























